Wärmetauscher verstopft, Lüfter blockiert. Notebook schaltet sich nach thermischen Dauerstress ab. Die Überhitzung von Laptops kann bis zur Zerstörung des Grafikchips führen.

18. März 2013 – Der Betrieb in ungeeigneter, staubbelasteter Umgebung bewirkt oft, dass sich in den Kühleinheiten von Notebooks mit der Zeit ganze Flusen-Nester bilden und so die für den störungsfreien Dauerbetrieb notwendige Kühlung der Bauteile nicht mehr möglich ist. Um größere Schäden zu vermeiden sollten Sie schon bei den ersten Anzeichen reagieren.

Klar, dass hier keine Wärme mehr abgeführt werden kann. Ganze Flusen-Teppiche haben sich vor den Wärmetauschern gebildet. Die Folge: Temperaturstress für alle Bauteile und Höchstleistungsbetrieb für den Lüfter.

Betroffene(s) Modell(e):
Modellunabhängig.

Fehlerbild:
„Mein Notebook war in letzter Zeit immer sehr laut“, eine der üblichen Antworten auf das Nachfragen unserer Werkstatt-Techniker, wenn Notebooks zur Reparatur anstehen, die sich nach den Berichten der Benutzer „plötzlich und ohne Vorwarnung“ von selbst abgeschaltet haben. Nach einer gewissen Zeit lassen sich die Geräte zwar wieder starten, das Problem tritt aber im weiteren Betrieb immer wieder auf.

Diagnose:
Thermische Notabschaltung nennt der Fachmann diese Funktion, die das Notebook bei Überhitzung vor größeren Schäden an Bauteilen schützen soll. „Meist können wir dann schon den Mini-Staubsauger in Betrieb nehmen“, erklärt Christian Kopf von der IPC-Fachwerkstatt, denn die thermische Notabschaltung erfolgt meist dadurch, dass die normalen Wege des Kühl-Luftstromes im Notebook verstopft sind. Und das manchmal ganz erheblich, wie die Bilder zeigen.

Eine kritische Situation, denn das Problem tritt ganz allmählich auf. Die thermische Belastung nimmt über einen längeren Zeitraum, in dem die Kühlkörper immer weiter verstopfen, fast unmerklich zu.

Alarmsignale Temperatur und Lautstärke.
Wichtigste Frühwarnsignale: das Gerät wird im Betrieb immer heißer und lauter, denn der Lüfter verrichtet mehr und mehr eine Dauer-Höchstleistung um die notwendige Kühlung noch zu gewährleisten, was aber nicht mehr ganz gelingt. Vor dem Luftauslass ist kaum ein Luftstrom zu spüren. Einige Modelle versuchen dann sogar mit geringerer Taktfrequenz zu arbeiten um weniger Wärme zu erzeugen – und werden so langsamer, das kann ein weiteres Indiz sein.

Zum Schluss wird’s still.
Wird der Staubteppich dicker, kann sogar der Lüfter verklemmen und der so dringend benötigte Kühlungs-Luftstrom versiegt völlig.
Je nach Laptop kommt dann ein „Fan-Error“ z.B. bei IBM/Lenovo Think Pads, oder der thermische Überlastungsschutz (sofern das Gerät einen solchen besitzt) löst eine Notabschaltung aus. Manche Notebooks haben jedoch gar keine Schutzmechanismen. Die Bauteile werden längere Zeit hohen thermischen Belastungen ausgesetzt und „kochen“ still vor sich hin. Meist endet das dann irgendwann in der Zerstörung des Grafikchips oder des Spannungswandlers.
Doch auch wenn das Schlimmste gerade noch vermieden werden kann, die Lebensdauer der Bauteile kann bereits trotzdem erheblich verkürzt sein. Eine Faustregel lautet: 10 Grad mehr Temperatur bewirkt Halbierung der Lebenszeit bei elektronischen Bauteilen, speziell Kondensatoren sind hiervon betroffen.

Reparatur:
Gelangt man nicht über die Serviceklappe an die Kühleinheit, kann die Reparatur aufwändig sein, denn dann muss das Mainboard entfernt werden. Auf jeden Fall ist die komplette Kühleinheit zu öffnen, zu reinigen und die Wärmeleitpaste zu erneuern.

Ergebnis:
Die Geräte arbeiten wieder dauerhaft stabil in normaler Lautstärke und mit normaler Temperatur.

ReparatuSchwierigkeitsgradr Schwierigkeitsgrad: Meist aufwendig, da oft die Kühleinheit nicht über die Serviceklappe zugänglich ist. Fachwissen erforderlich.
Reparatur Dauer: Bis zu 1 Stunde. Je nach Modell  und Schaden.

 

Empfehlung, Besonderheiten, Tipps & Tricks:
Achten Sie auf die ersten Anzeichen hinsichtlich Temperaturanstieg und Lautstärke. Es gibt zur Unterstützung auch Softwarelösungen, die dabei helfen können die Temperatur im Notebook zu überwachen.
Auf jeden Fall gilt: Nehmen Sie das Problem frühzeitig ernst, denn sonst drohen größere Beschädigungen.
Und: Bitte nicht mit Druckluft in die Luftauslassöffnung blasen, weil sonst der Schmutz auf den Lüfter gedrückt wird und dieser dann blockieren kann. Die Schmutzpartikel werden dabei auch an andere Stellen des Notebooks , wie z.B. an die so staub-sensiblen optischen Laufwerke, getragen.