Wie Sie selbst die 5 häufigsten Notebook-Defekte treffsicher diagnostizieren und ggf. beseitigen können.

Kleine Ursache, große Wirkung. Die Statistik der Notebook-Reparatur Spezialisten von IPC-Computer belegt, dass bei vielen Notebookproblemen immer wieder die gleichen Ursachen vorliegen. Die gute Nachricht: Auch wenn die Auswirkungen teilweise dramatisch sind, können die Fehler oft mit geringem Aufwand behoben werden.

Doch vor jeder nachhaltigen Behebung eines Notebookschadens sollte immer eine korrekte Fehlerdiagnose erfolgen.

Die folgende Übersicht gibt deshalb anhand von Schadensbeschreibungen Tipps und Hilfestellungen zur ersten Schadensdiagnose.

1.    Das Notebook lässt sich trotz angeschlossenem Netzteil nicht mehr einschalten. Nach dem Betätigen der Starttaste geschieht nichts. Die Betriebs-LED des Notebooks leuchtet nicht.

Vermutung:
Störung bei der Stromversorgung. Das Netzgerät ist möglicherweise defekt und der Akku könnte sich aufgrund dessen bereits entladen haben.

Checkpoints:
Überprüfen Sie die Funktion des Netzgerätes indem Sie z.B. ein zweites/alternatives Netzteil oder ein Universalnetzteil verwenden und anschließen.
Eventuell ist auch die Strombuchse beschädigt. Hier bitte manuelles Überprüfen der Strombuchse auf Spiel/Wackelkontakt. Leuchtet z.B. die Lade-LED wenn man den Netzteilstecker manuell etwas in der Buchse bewegt? Dann ist die Strombuchse beschädigt und muss ausgetauscht werden.
Wenn die vorherigen Prüfungen ergebnislos sind, wird der Schaden mit großer Wahrscheinlichkeit am Mainboard liegen. Hier ist dann professionelle Diagnose und Hilfe gefragt. Für die meisten Notebook-Modelle haben wir übrigens Mainboard Reparatur Pauschalen, wie z.B. für die Fujitsu Lifebook N532 Serie. Mehr Infos dazu hier.

2.    Das Notebook lässt sich einschalten, die Betriebs-LED leuchtet, aber der Bootvorgang läuft nicht durch. Das Display zeigt nur kurz das Logo vom Notebook-Hersteller.

Vermutung:
Der Bootvorgang startet zwar, wird aber nicht abgeschlossen.

Checkpoints:
Prüfen Sie ob der Zugriff auf Festplatte erfolgt. Dies ist der Fall wenn Sie während des Bootens das Windows–Logo zu sehen bekommen.
Erscheint dieses nicht und Sie erhalten eine Meldung wie etwa „Kein Betriebssystem“ oder „Operating System not found“ dann findet das Notebook die Festplatte nicht. Wer sich auskennt kann nun im BIOS den Status der Festplatte(n) ermitteln. Alternativ kann man auch versuchen von einem externen Medium zu booten.
In der Regel ist bei diesen Symptomen die Festplatte defekt und muss durch eine neue ersetzt werden. Hinweis: Ein Festplattendefekt kündigt sich meistens vorher schon an. Das Gerät wird langsam und/oder hängt sich vorher immer wieder mal während des Betriebes einfach auf. Auch ein lästiges klackern kann ein Warnzeichen sein (nicht bei SSD-Festplatten).

3.    Das Notebook lässt sich einschalten, die Betriebs-LED leuchtet, der Bootvorgang läuft nicht durch. Das Display zeigt kurz das Logo vom Notebook-Hersteller, danach erscheint auch das Windows-Logo noch.

Wenn die Festplatte angesprochen (Windows-Logo erscheint), der Bootvorgang jedoch nicht beendet wird, dann sollte man versuchen das Laptop mit einem externem Medium (bootfähiger USB-Stick oder CD mit Betriebssystem) zu starten. Danach sollte die eingebaute Festplatte mit einem Diagnosetool auf etwaigen Schäden überprüft werden. Sehen Sie hierzu auch den Bericht „Die Software-Toolbox der IPC Notebook Techniker. Bewährte Programme zur Fehlerdiagnose rund um die Reparatur von Notebooks und Laptops“.

Ein Festpatten-Diagnosetool gibt aufschluss über den technischen Zustand der Festplatte.

Ein Festpatten-Diagnosetool gibt aufschluss über den technischen Zustand der Festplatte.

Was, wenn die Diagnose der Festplatte keinen Schaden ergibt?
Dann kann auch die Betriebssystem-Software selbst fehlerhaft sein. Ursache kann z.B. ein fehlerhaftes Update sein. Was nun? Zunächst kann eine Reparatur des Betriebssystems über eine Recovery-Partition versucht werden, sofern eine vorhanden ist. Wenn das nicht hilft, muss meist das Betriebssystem neu installiert werden. Sollten Sie hierfür Unterstützung vom Profi benötigen, dann haben wir eine gute Nachricht: Die Pauschale für Windows-Installation für fast jedes Gerät liegt bei nur 99,00 €.

Was ist mit den Daten?
Zusätzliche Option und oft sogar noch wichtiger als die Neuinstallation des Betriebssystems selbst: Unsere Techniker nehmen sich auf Wunsch auch des Themas der Datenrettung an.

4.    Das Notebook lässt sich einschalten, die Betriebs-LED leuchtet, das Display zeigt jedoch gar nichts an.

Vermutung:
Wenn Sie nicht einmal das im BIOS hinterlegte Logo des Notebook-Herstellers sehen gibt es im allgemeinen folgende Fehlerursachen: Das Display, die Grafikkarte oder das BIOS selbst ist defekt.

Checkpoints:
Schließen Sie einen externen Monitor an. Wenn die Anzeige hier funktioniert ist ein Displaydefekt die wahrscheinliche Ursache.
Wenn die Anzeige am externen Monitor ebenfalls nicht funktioniert, dann liegt ein Grafikkartendefekt oder ein anderweitiger Defekt am Mainboard nahe. Ergänzend sei noch gesagt dass diese Symptome auch durch sehr exotische Fehler entstehen können. Selbst eine defekte Tastatur hatte diesen Effekt schon einmal ausgelöst, in dem Sie den Festplattenzugriff unterbunden hatte. In diesen Fällen raten wir Ihnen auf jeden Fall eine Notebook-Servicewerkstatt zu Rate zu ziehen.

5.    Das Notebook schaltet sich während des Betriebs plötzlich aus.

Vermutung:
Wenn das Betriebssystem noch heruntergefahren wird, dann deutet das auf ein Problem mit der Stromversorgung hin.

Checkpoint:
Hier sollte man die Strombuchse oder das Netzteil überprüfen (siehe Punkt 1).

Vermutung:
Wenn das Notebook schlagartig ausgeht dann findet sich die Ursache oft in einer Temperaturproblematik. Der Überhitzungsschutz löst aus. In der Regel kündigt sich so eine Problematik vorher durch einen dauernd in Betrieb bleibenden Lüfter an.

Checkpoint:
Ist das der Fall sollte man auch mal überprüfen ob an den Lüftungsschlitzen überhaupt noch warme Luft kommt. Wenn nein, ist akuter Handlungsbedarf gegeben. Das ist streng genommen kein Schaden, sondern ein Schutzmechanismus, der die sensible Elektronik vor weiteren thermischen Schäden bewahrt.
Prüfen Sie, ob die Kühlrippen mit Staub zugesetzt sind. Dazu ist das Gerät zu öffnen und ggf. zu reinigen.

Extrembeispiele für verschmutzte Notebook-Kühler bzw. Lüfter.

Extrembeispiele für verschmutzte Notebook-Kühler bzw. Lüfter.

6.    Das Display des Notebooks zeigt Störungen, Streifen o.ä.

Checkpoint:
Schließen Sie einen externen Monitor an. Wenn die Anzeige hier funktioniert ist ein Defekt im Bereich des Displays die wahrscheinliche Ursache, ein Defekt der Grafikkarte ist in diesem Fall eher unwahrscheinlich.

Wenn sich die Störungen durch bewegen des Displays (auf- bzw. zuklappen) ändern, dann deutet dies auf eine defektes Displaykabel hin.
Wenn die Beeinträchtigungen vom Stellungswinkel des Displays unabhängig auftreten, ist wahrscheinlich das Display defekt.

Für viele Notebook-Modelle haben bietet unsere Service-Werkstatt übrigens den Display-Tausch sogar zum Pauschalpreis an.
Überdies können wir ihnen durch langjährige Erfahrung und der riesigen Auswahl an unterschiedlichsten Displays die wir bei uns auf Lager haben, dabei zahlreiche weitere Vorteile bieten. Die Reparatur erfolgt oft noch am gleichen Tag. Als Option den Display-Umtausch von hochglänzend zu matt oder umgekehrt. Oder alternative Lösungen, wenn das Original Display nicht mehr hergestellt wird. Auch der Touchscreen- und Digitizer-Tausch sind möglich, selbst bei kompletten Display-Einheiten. Alles weitere zu den Display-Reparaturen finden Sie hier.