Tipp zur Reparatur eines historischen Notebooks: Beim CD- bzw. DVD-Laufwerkstausch eines IDE/PATA Laufwerks – Master/Slave/CSEL Einstellung hardwareseitig anpassen.

Nicht jedes Notebook wird nach Ablauf der wirtschaftlichen Nutzungsdauer durch ein neues und performanteres Gerät ersetzt. Oft sind Spezialsoftware oder spezielle Hardwarekomponenten z.B. Serielle-Schnittstellen bei einer Neuanschaffung nicht mehr vorhanden oder kompatibel. Da bleibt also nur die Reparatur.

Bei so manchem älteren Notebook-Schätzchen, ist es beim Defekt des optischen Laufwerks nicht so einfach möglich dieses durch ein „neues“ Laufwerk zu ersetzten. Oft wir das DVD-Laufwerk vom System nicht erkannt. Woran liegt das ?

Problemstellung und Diagnose:

Heutzutage sind Laufwerke und Festplatten seriell angeschlossen (SATA), vor einiger Zeit geschah dies jedoch noch parallel (PATA). Und die Festplatte und das CD Laufwerk dieser Notebooks liegen auf dem gleichen Bus. Beim Wechseln des Laufwerks und Ersatz durch ein neues Laufwerk gehen diese neuen Laufwerke oft in den Slave-Modus, was dann zu Problemen führen kann.
Die weiteren grundsätzlichen Überlegungen gingen davon aus, dass mit dem herstellerseitig eingebauten Laufwerk der Betrieb ja problemlos funktioniert. Wieso also nicht mit einem neuen Ersatzlaufwerk eines anderen Herstellers?

Die Lösung finden wir, indem wir uns das Ersatzlaufwerk näher ansehen. Dort ist auf dem Label der Cable-Select-Modus (CSEL) aufgeführt.
Doch was ist das? Handelsübliche CD Laufwerke hatten lange Zeit keine Jumper um die Modi (Master/Slave) einzustellen. Die Modi sind dort also fest eingestellt gewesen oder sie nutzten das Cable Select Signal des Laptops. Einige Laptops liefern dieses Cable Select jedoch nicht, was sie auch nicht mussten, da die eingebauten Laufwerke den richtigen Master-Modus fest eingestellt hatten.

Und genau deswegen entsteht das Chaos beim Einbau von Ersatz-Laufwerken die mit Cable Select arbeiten. Ohne Cable Select schalten diese nämlich in den Slave Modus, was jedoch in dieser Konfiguration kein zulässiger Modus ist. Es kann entweder kein Laufwerk angeschlossen sein, nur ein Laufwerk im Master-Modus oder je eines als Master und eines als Slave eingestellt.

Der Lösungsansatz:

Unsere Überlegung: Wo kein Cable Select vorhanden ist, können wir keines herbeizaubern. Wir könnten aber wohl versuchen, den Betriebsmodus fest auf „Master“ einstellen.
Früher gab es für Samsung-Laufwerke eine Software um diese zu „flashen“, d.h. die Firmware wurde dadurch entsprechend geändert um den Modus umzustellen. Andere Laufwerke boten diese Möglichkeit gar nie und zu einem späteren Zeitpunkt war auch bei Samsung Schluss damit. Wir mussten uns also ohne diese Möglichkeit behelfen.
Einige Messungen und Tests später wussten wir auch wie wir diesen Laufwerken den Master-Modus fest vorgeben können.

Die Lösung:

Das neue Laufwerk wird geöffnet indem die drei Schrauben am Gehäuse gelöst, die obere Abdeckung entfernt und das Laufwerk manuell entriegelt wird.

Das neue Laufwerk wird geöffnet indem die drei Schrauben am Gehäuse gelöst, die obere Abdeckung entfernt und das Laufwerk manuell entriegelt wird.

 

Die Platine des Laufwerkes: Oben ist die rückwärtige Ansicht der Steckverbinder-Einheit zu sehen.

Die Platine des Laufwerkes: Oben ist die rückwärtige Ansicht der Steckverbinder-Einheit zu sehen.

 

Um die Konfiguration des Laufwerkes fest auf „Master“ einzustellen, muss das Potential des PINS 47 (Device Config.(CSEL)) dauerhaft auf GND gelegt werden (offen=Slave, GND= Master). Praktischerweise befindet sich direkt daneben mit dem PIN 45 einer, der Massepotential aufweist. Wir stellen deshalb per Lötkolben und Lötzinn eine Verbindung zwischen Pin 47 und Pin 45 her.

Um die Konfiguration des Laufwerkes fest auf „Master“ einzustellen, muss das Potential des PINS 47 (Device Config.(CSEL)) dauerhaft auf GND gelegt werden (offen=Slave, GND= Master). Praktischerweise befindet sich direkt daneben mit dem PIN 45 einer, der Massepotential aufweist. Wir stellen deshalb per Lötkolben und Lötzinn eine Verbindung zwischen Pin 47 und Pin 45 her.

Dadurch wird das Laufwerk permanent in den Master-Modus versetzt. Nach dem Einbauen der so präparierten Laufwerke in die entsprechenden Notebooks werden diese auch wieder erkannt und funktionieren einwandfrei.

Bei neueren Laptops besteht diese Problematik „Gott sei Dank“ nicht mehr.

Unsere Service-Techniker haben einen Erfahrungsschatz von über 10 Jahren im Bereich Notebook-Reparatur. Dies in Kombination mit unserer Notebook-Ersatzteil-Datenbank (derzeit über 5.000.000 Einträge) ist wohl weltweit einzigartig. Durch dieses Datenbank können die Techniker sicher bestimmen, welche Hardware Anforderungen auch Ihr historisches Notebook in Punkto optisches Laufwerk, oder auch RAM, HDD etc. hat.

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